Zum Hauptinhalt springen

Die drei Seiten der Medaille

|   Gymnasium

Im Gymnasium am Bildungszentrum Markdorf wurden wieder einmal Preise vergeben: Ein Preis für den 2. Platz beim Landeswettbewerb Mathematik an Kathrin Thenhausen und viele erste und zweite Preise an die Teilnehmer beim Informatik-Biber-Wettbewerb.

Wir haben anlässlich der Preisverleihung drei Stimmen eingefangen, drei verschiedene Perspektiven auf das gleiche Ereignis aus der Sicht einer erfolgreichen Schülerin, der betreuenden Lehrkraft und des gratulierenden Schulleiters:

Schülerin (Kathrin Thenhausen):

„Bestimme alle Jahreszahlen N, für die gilt: N-2000 ist eine Zweierpotenz und N ist die Differenz zweier Zweierpotenzen.“ So lautete eine der Aufgaben des diesjährigen Landeswettbewerbs für Mathematik. Was sich am Anfang als sehr abstrakt und schwierig präsentierte, erwies sich bei näherem Hinsehen als lösbar. Dennoch musste ich einige Tage herumknobeln, bis ich auf die Lösungen und deren Beweise kam.

Lehrerin (Frau Simonelli): 

Es ist 6.00 Uhr. Der Wecker klingelt unaufhörlich: „Aufstehen, in die Schule gehen!“

Warum sollte ich als wärmeliebende Italienerin auf mein warmes Bett verzichten, mich mit der Kälte konfrontieren und trotz allem den Schülern gute Laune zeigen?

Es ist nicht die tagtägliche Routine, die mich motiviert, sondern es sind einmalige Momente, Höhepunkte, für die das ganze Engagement sich lohnt. Die strahlenden Gesichter der Schülerinnen und Schüler, wenn sie etwas verstehen und gute Mathematikergebnisse erreichen, aber vor allem, wenn sie sich profilieren und etwas Besonderes und Einmaliges leisten können, wie bei Wettbewerben.

Diese einzigartigen Momente, an die sich die Schülerinnen und Schüler das ganze Leben erinnern werden, sind für mich hochmotivierend, entlastend und zielführend. Dann stehe ich gerne auf und ich freue mich, wenn ich so viele Preise wie heute verteilen kann.

Schulleiter (Herr Siebert):

Wir alle kennen den berühmten Spruch Albert Einsteins: „Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.“ Bildung ist so in etwa das Gegenteil von Holzhacken. Erfolg kann man zwar auch an dieser oder jener guten Note ablesen oder an der eigenen Begeisterung für eine tolle Schülerarbeit. Oft aber braucht der Erfolg lange und geht gerne auch einmal den Umweg über den Misserfolg. Also wo wird der Erfolg sichtbar?

Ein Sichtbarwerden sind diese schönen Augenblicke, in denen die Schule ihre Schüler auszeichnen darf, in denen sie ihnen einmal zeigen kann, dass ihnen etwas Besonderes gelungen ist. Die Auszeichnung von Kathrin und den vielen weiteren Preisträgern beim Biber-Wettbewerb gehört zu den Augenblicken, an denen man auch ohne Holzhacken den Erfolg sieht.

Zurück