Soziales Lernen und Persönlichkeitsbildung

Seit der Gründung des Bildungszentrums als teilgebundene Ganztagesschule stellt das soziale Lernen einen wesentlichen Bestandteil des Erziehungsauftrages des Gymnasiums Markdorf dar. Dies wird deutlich in den vielfältigen Ansätzen innerhalb des Unterrichtsjahres, die sich zu einem Sozialcurriculum über alle Klassenstufen verbinden.

GGA (gemeinsam gestaltete Aktivitäten)

Hierunter versteht man Stunden in Kl. 5 und 6, die zuerst dem Kennenlernen und der Bildung und Vertiefung  der Klassengemeinschaft dienen. Darüber hinaus trainieren die Klassen Konfliktbesprechung und –lösung innerhalb ihrer Gruppe (Klassenrat), beschäftigen sich in gemeinsamem Spielen und Sporttreiben oder planen fächerübergreifende Projekte.

Mobbingprävention

Am Gymnasium Markdorf wird zu Beginn jedes Schuljahres in allen Klassen 5 durch ein Team aus BeratungslehrerIn und SchulsozialarbeiterIn zusammen mit jeweiliger KlassenlehrerIn an zwei aufeinanderfolgenden Tagen eine Gewaltprävention / Mobbingintervention durchgeführt, die dann ihre Fortführung und Umsetzung im Klassenrat / der Klassenlehrerstunde der jeweiligen Klasse findet. Form und Inhalt basieren auf der bewährten systemischen Gruppenintervention von "Konfliktkultur Freiburg" (Thomas Grüner u.a.).

In welchem Zusammenhang steht dieses Vorgehen?

Besonders der Grundsatz aus der Verwaltungsvorschrift vom 10. Dezember 2014 - Prävention und Gesundheitsförderung in der Schule – ist uns wichtig:

"Gewalt hat in der Schule keinen Platz. Schule muss ein sicherer Ort sein, an dem alle ohne Angst und Furcht leben, lernen und arbeiten können.“

Mittelstufenkonzept Kl. 7 und 8

In einem Einführungsvormittag thematisieren die Beratungslehrer die Zusammenarbeit und das Klima in der Klasse. Durch Interaktionsübungen und Rollenspiele wird die Basis für eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen,  damit in einer Gesprächsrunde von den Schülerinnen und Schülern Probleme in der Klasse angesprochen werden, um anschließend Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Dabei lernen sie die Beratungslehrer und ihre Arbeitsweise kennen, die für eine individuelle Beratung kontaktieren werden können.

Diese Arbeit wird in der Klassenlehrerstunde fortgesetzt, in der neben vielfältigen organisatorischen Aufgaben in Form des Klassenrates Probleme und Konflikte bearbeitet werden können. Der Klassenlehrer erhält dabei Unterstützung von den Beratungslehrern oder der Schulsozialarbeit.

Das erlebnispädagogische Schullandheim stellt einen Höhepunkt für die 7. Klassen dar, das in besonderem Maße dem Zusammenhalt in der Klasse und der Bildung der Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler dient.

Zusätzlich  werden unter Beteiligung außerschulischer Referenten (z. B. der Polizei) Projektwochen  zur Gewalt- und Suchtprävention durchgeführt.

Streitschlichter

Das Gymnasium Markdorf möchte das wichtige und an Bedeutung zunehmende soziale Engagement der Schülerinnen und Schüler fördern und ausbauen. Interessierte Schülerinnen und Schüler und solche, die sich durch ihr soziales Engagement besonders hervorgehoben haben, werden ausgewählt und zu Streitschlichtern ausgebildet. Sie können somit im Team Konflikte ihrer Mitschüler lösen und zu einem friedlichen Umgang miteinander beitragen. Verantwortung, Respekt, Fairness und Gewaltlosigkeit stehen an oberster Stelle. Sowohl die Streitschlichter selbst als auch die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums profitieren von diesem Konzept, das sich durch einen friedvolleren Umgang miteinander positiv auf das gesamte Schulklima auswirkt.

Compassion-Projekt

Das Compassion-Projekt wurde 2004 am Gymnasium Markdorf eingeführt. Es findet in der Klassenstufe 10 statt. Den Mittelpunkt des Projekts bildet ein zweiwöchiges Praktikum am Ende des Schuljahrs, in dem die Schülerinnen und Schüler ganztägig (6 bis 8 Stunden) in einer sozialen Einrichtung tätig sind und dort Hilfsbedürftigen begegnen, die in ihrem Alltag in der Regel nicht vorkommen: psychisch kranken Menschen, Menschen mit Behinderungen, alten pflegebedürftigen Menschen, Obdachlosen.

Dieses Sozialpraktikum wird im Fachunterricht – mit Beteiligung möglichst vieler Fächer – aber auch durch einzelne Veranstaltungen, zu denen Experten eingeladen sind, im zweiten Schulhalbjahr vorbereitet. Die enge Verbindung von Praktikum und vorbereitendem Unterricht ist grundlegend und unterscheidet das Projekt von ähnlichen sonst bekannten Sozialpraktika, etwa im Rahmen von Projekttagen.

Das Compassion-Projekt will die Haltung der engagierten Mitmenschlichkeit entwickeln und stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Arbeit der sozialen Einrichtungen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestellt, den Schülerinnen und Schülern sollen vor allem eigene Erfahrungen vermittelt werden.

Seminarkurs

Der Seminarkurs in Baden-Württemberg dauert ein Jahr und wird in drei Unterrichtsstunden pro Woche in der Jahrgangsstufe 1 unterrichtet. Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler ein Thema allein oder in Gruppen eine Seminararbeit selbstständig erarbeiten und präsentieren. Dabei üben sie studien- und berufsvorbereitende Arbeitsmethoden ein und bauen ihre Präsentationsfähigkeiten aus. Die Schülerinnen und Schüler lernen z.B. Material zu recherchieren, zu sammeln, zu ordnen, einen Zeitplan aufzustellen und alle möglichen Hilfsmittel anzuwenden. Sie üben also wissenschaftliche Arbeitsmethoden, die ihnen bei ihren weiteren Ausbildungswegen von Vorteil sein können. Am Schluss des Seminarkurses steht eine schriftliche Ausarbeitung und eine mündliche Präsentation der Ergebnisse. Wenn die Note akzeptiert wird, kann diese die Präsentationsprüfung am Ende der Jahrgangsstufe 2 ersetzen.

Am Gymnasium Markdorf finden seit vielen Jahren Seminarkurse zu unterschiedlichen Themen statt, wobei meist Inhalte aus gesellschaftwissenschaftlichen Bereichen überwiegen. Die Schüler haben sich z.B. mit den Nullerjahren beschäftigt, die Bedeutung der Zeit untersucht, Techniken der Werbung recheriert, das Filmwesen erforscht oder Luxusbereichen nachgejagt.

Podien zu Landtags- und Bundestagswahlen

Seit Jahrzehnten organisieren Schülerinnen und Schüler Podiumsdiskussionen mit den regionalen Kandidatinnen zu Bundestags- und Landtagswahlen.