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Interview mit Frau Amann in der Schwäbischen Zeitung

Erstellt von Schwäbische Zeitung | |   Gymnasium

Markdorf sz Als Diana Amann 1981 das Bildungszentrum (BZM) mit dem Abitur in der Tasche verlässt, hat sie nicht geahnt, dass sie rund 36 Jahre später zurückkehren wird: dieses Mal als Rektorin des Gymnasiums.

Zum zweiten Mal hat die 55-Jährige sozusagen ihren ersten Schultag am BZM. „Als ich damals als Fünftklässlerin angefangen habe, fühlte ich mich sofort wohl. Es war eine tolle Zeit“, erinnert sich Amann am Montag bei einem Pressegespräch. Sie ist zuversichtlich, dass sich dies nicht ändern wird, wenn sie nun als Rektorin zur Schule zurück kehrt. Ein Gefühl der Geborgenheit möchte sie auch ihren Schülern vermitteln. „Sie sollen wissen, dass sie sich wohl fühlen können. Dann klappt der Rest auch“, sagt die Pädagogin.

Eine Rückkehr in den Süden stand für die Bermatingerin eigentlich erst mit der Rente an. Dass eine Rektorenstelle an einem Gymnasium in der Nähe ihrer Heimat frei würde, hatte Amann nicht erwartet. Als dann bekannt wurde, dass Tilmann Siebert das BZM verlässt, rief prompt eine Freundin bei ihr an und fragte, ob sie nicht zurückkommen wolle. So bewarb sie sich und kehrt nach Arbeitsstätten rund um die Welt an die Wurzeln zurück.

Auf das Studium von Deutsch, Philosophie und Politik in Konstanz folgte das Referendariat, zwischendurch kam ein Sohn auf die Welt. Da es anfangs keine Lehrerstellen in Deutschland gab, ging Amann drei Jahre nach Rumänien, unterrichtete später in Spaichingen und Friedrichshafen. Für rund sieben Jahre ging es anschließend nach Shanghai, wo sie unter anderem dafür zuständig war, deutsche Schüler wieder fit für den Bildungsplan in den unterschiedlichen Bundesländern zu machen. „Da habe ich gemerkt, wie unterschiedlich das System in Deutschland ist“, sagt Amann. Daher sieht sie durchaus Vorteile einer Zentralisierung des Bildungssystems. Einerseits sei es sinnvoll, Standards zu schaffen, andererseits sei eine Vereinheitlichung im Sinne der Kinder. Da Auslandsaufenthalte über das Auswärtige Amt für Lehrer aber auf acht Jahre begrenzt sind, schaute Amann sich in Deutschland nach Stellen um, wurde schließlich Rektorin des Christianeums in Hamburg. Fünf Jahre war sie Leiterin an dem humanistischen Gymnasium mit rund 1000 Schülern.

Offenheit ist ihr wichtig

In den ersten Tagen am BZM will die 55-Jährige vor allem Gespräche mit den neuen Kollegen führen. Für die ersten 100 Tage hat sie sich das Beobachten vorgenommen. „Jede Schule läuft anders, ich kann hier nicht einfach meine Erfahrungen überstülpen.“ Offenheit sei ihr wichtig. Das zeigt sich auch bei einem persönlichen Schicksalsschlag, der sie im Dezember 2015 traf. Mit dem Rad war sie auf dem Weg zur Arbeit als ein Lkw-Fahrer sie übersah und bei einem Unfall schwer verletzte. Obwohl ihr das rechte Bein oberhalb des Knies amputiert werden musste, kehrte sie wieder auf ihren Posten zurück. Als sie auf einem Bein und mit Krücke stehen konnte, ist sie direkt in eine Lehrerkonferenz gegangen. „Ich wollte Normalität zeigen und dass man mich nun auch nicht mit Samthandschuhen anfassen muss“, sagt Amann.

Eine der ersten Entscheidungen mit dem Kollegium in Markdorf wird die Fortsetzung des Modellversuchs von G8/G9 sein. „Wir werden sehen, was die Gesamtlehrerkonferenz entscheidet, aber ich gehe davon aus, dass G9 beibehalten wird.“ Denn auch die Anmeldezahlen würden zeigen, dass die Elternmehrheit den längeren Weg zum Abitur bevorzugt.

Mit freundlicher Genehmigung der Schwäbischen Zeitung: Direktlink

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